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    "title": "\u201eWir lernen, auf gro\u00dfen Wellen zu surfen\u201c ",
    "modified_at": "2026-06-11 13:21:18",
    "published_at": "2026-06-10 17:13:00",
    "url": "https://newsroom.sennheiser.com/wir-lernen-auf-grossen-wellen-zu-surfen",
    "short_url": "http://prez.ly/8WHd",
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    "language": "DE",
    "subtitle": "Ein Gespr\u00e4ch mit Andreas Sennheiser \u00fcber Resistenz, Kundenn\u00e4he und die Zukunft der Audiowelt in Zeiten permanenter Ver\u00e4nderung.\u00a0",
    "slug": "wir-lernen-auf-grossen-wellen-zu-surfen",
    "body": "<p><strong>Herr Sennheiser, dieses Interview f&uuml;hren wir &ndash; nach dem Wechsel Ihres Bruders in den Vorsitz des Verwaltungsrats &ndash; erstmals mit Ihnen allein als CEO. Wie erleben Sie diese neue Rolle?</strong></p><p><strong>Andreas Sennheiser:</strong> Wir erleben gerade nicht nur einen Wechsel an der Spitze, sondern eine Transformation des gesamten Unternehmens. Unsere Kund*innen denken heute vor allem in Anwendungen und sie erwarten ein einfaches und konsistentes Kundenerlebnis von uns. Unsere Strategie greift diese Anforderungen bereits auf &ndash; nun haben wir auch unsere Organisationsstruktur entsprechend angepasst: Wir haben unsere bisherigen Business Units Pro Audio und Business Communication zusammengef&uuml;hrt, arbeiten k&uuml;nftig st&auml;rker funktional und schaffen neue Formen der Zusammenarbeit. Das betrifft Governance-Modelle genauso wie Entscheidungswege und die Zusammenarbeit mit dem Verwaltungsrat. </p><p>Ich empfinde das als eine sehr spannende Phase. Dadurch ver&auml;ndert sich nat&uuml;rlich auch meine Funktion und ich freue mich, in meiner neuen Rolle gestalten zu k&ouml;nnen &ndash; gerade, weil es nicht nur f&uuml;r mich, sondern f&uuml;r das gesamte Unternehmen eine neue Situation ist.</p><p><strong>Wie hat sich die Zusammenarbeit mit Ihrem Bruder Daniel ver&auml;ndert?</strong></p><p><strong>Andreas Sennheiser:</strong> Das ist ein Prozess f&uuml;r uns beide. Was wir beibehalten haben, ist eine seit &uuml;ber zehn Jahren gut etablierte Praxis: Wir nehmen uns einmal im Monat bewusst einen ganzen Tag Zeit f&uuml;reinander, um viele Dinge zu besprechen und abzugleichen. Das ist nach wie vor sinnvoll &ndash; nicht nur f&uuml;r die inhaltliche Abstimmung, sondern auch, um sicherzustellen, dass die pers&ouml;nliche N&auml;he bestehen bleibt. Diese N&auml;he hat unsere Zusammenarbeit immer stark gepr&auml;gt und unser Modell als Doppelspitze &uuml;berhaupt erst m&ouml;glich gemacht.</p><p>Gleichzeitig ergeben sich durch unsere unterschiedlichen Rollen nat&uuml;rlich auch Ver&auml;nderungen. Fr&uuml;her hatten wir als Co-CEOs dieselbe Flugh&ouml;he bei allen Themen. Heute geht es st&auml;rker darum, welche Themen wann und wie tief gemeinsam betrachtet werden. Das entwickelt sich Schritt f&uuml;r Schritt und vermutlich wird dieser Prozess auch nie ganz abgeschlossen sein.</p><p><strong>Lassen Sie uns einen Blick zur&uuml;ck auf das vergangene Gesch&auml;ftsjahr werfen. 2025 war wirtschaftlich und geopolitisch betrachtet erneut ein herausforderndes Jahr. Wie ordnen Sie das Jahr f&uuml;r Sennheiser ein?</strong></p><p><strong>Andreas Sennheiser: </strong>Ein zentrales Stichwort ist f&uuml;r mich Resilienz. Wir haben fr&uuml;h verstanden, dass die aktuelle Dynamik in unserer heutigen Welt keine vor&uuml;bergehende Phase ist. Der Sturm geht nicht vorbei &ndash; man muss lernen, damit umzugehen. Umso wichtiger war f&uuml;r uns, trotz eines herausfordernden Umfelds mit geopolitischen Verwerfungen und eines Umsatzr&uuml;ckgangs von knapp 6 Prozent unsere Schl&uuml;sselprojekte voranzutreiben und konsequent weiter zu investieren. Dazu geh&ouml;ren neben der organisatorischen Transformation des Unternehmens auch unsere SAP-Einf&uuml;hrung oder unser Ecosystem Spectera.</p><p>Gerade in schwierigen Zeiten besteht die Gefahr, in eine Art Schockstarre zu verfallen. Entscheidend war f&uuml;r uns deshalb, handlungsf&auml;hig zu bleiben und gleichzeitig unseren Kund*innen weiterhin zuverl&auml;ssig exzellente Audioerlebnisse zu bieten.</p><blockquote><em>&bdquo;Der Sturm geht nicht vorbei &ndash; man muss lernen, damit umzugehen.&ldquo;</em><br>\u200b- Andreas Sennheiser </blockquote><p><strong>Wie hat sich das Gesch&auml;ft in den einzelnen Regionen entwickelt?</strong></p><p><strong>Andreas Sennheiser:</strong> Wir sehen weltweit eine starke Konsolidierung der M&auml;rkte. Gro&szlig;e Anbieter werden gr&ouml;&szlig;er und st&auml;rker, sehr spezialisierte Anbieter finden ihre Nische. Besonders im mittleren Marktsegment steigt dadurch der Wettbewerbsdruck deutlich. Das wirkt sich auch auf viele unserer Kund*innen aus &ndash; insbesondere in den USA &ndash; und f&uuml;hrt insgesamt zu einem sehr dynamischen Wettbewerbsumfeld.</p><p>In AMERICAS haben wir 142,6 Millionen Euro erzielt &ndash; ein Minus von rund 5 Prozent. Der Wettbewerbsdruck ist dort am st&auml;rksten zu sp&uuml;ren, weil das der gr&ouml;&szlig;te konsolidierte Markt ist. Die aktuellen politischen Rahmenbedingungen und die wirtschaftliche Unsicherheit haben das Kaufverhalten der Kund*innen sp&uuml;rbar gebremst. Gleichzeitig sind wir &uuml;berzeugt, dass der amerikanische Markt nach dieser Konsolidierungsphase zur&uuml;ckkommt &ndash; gerade im Bereich Broadcast und Immersive Audio sehen wir dort gro&szlig;e Chancen. EMEA war erneut unsere st&auml;rkste Region, mit einem Umsatz von 215,8 Millionen Euro. Den R&uuml;ckgang von rund 7 Prozent sehen wir vor allem als Spiegelbild des schwachen gesamtwirtschaftlichen Umfelds in Europa. In APAC haben wir 104,7 Millionen Euro umgesetzt &ndash; ein R&uuml;ckgang von rund 4,5 Prozent, aber mit einem deutlichen Ausrei&szlig;er nach oben: Indien. Dort haben wir nach vielen Jahren intensiver Investitionen in Infrastruktur die n&auml;chste Entwicklungsstufe erreicht &ndash; hin zur Technologisierung von Universit&auml;tsgeb&auml;uden, &ouml;ffentlichen Einrichtungen, Unternehmensstandorten. Die Investitionsbereitschaft ist enorm und macht Indien zu einem unserer spannendsten Wachstumsm&auml;rkte.</p><p><strong>Sie haben 2025 au&szlig;erdem entschieden, den Americas Regional Hub nach Nashville zu verlegen. Warum war das der richtige Schritt und was ver&auml;ndert sich dadurch konkret f&uuml;r Ihre Kund*innen sowie Partner vor Ort?</strong></p><p><strong>Andreas Sennheiser: </strong>Nashville ist heute einer der wichtigsten Kreativ- und Produktionsstandorte der amerikanischen Musikindustrie. Wenn man verstehen will, wie Kund*innen arbeiten und kreativ werden, muss man Teil dieser Welt sein. Gleichzeitig sitzen dort viele unserer wichtigsten Partner. F&uuml;r uns bedeutet die N&auml;he einen gro&szlig;en Vorteil: Wir k&ouml;nnen Produkte testen, w&auml;hrend unsere Kund*innen proben. Wir k&ouml;nnen ihnen Prototypen zur Verf&uuml;gung stellen, die Produkte auf ihre Bed&uuml;rfnisse zuschneiden und Service innerhalb von 24 Stunden anbieten. Wir werden st&auml;rker Teil der Community; dadurch entsteht eine viel engere Form der Zusammenarbeit. </p><p><strong>Was hat &ndash; in der Gesamtschau &ndash; besonders geholfen, stabil durch das Jahr 2025 zu kommen?</strong></p><p><strong>Andreas Sennheiser:</strong> Sicher der Zusammenhalt im Unternehmen &ndash; aber auch die Motivation, die aus technologischen Fortschritten entsteht. Wenn Teams sehen, dass Innovationen im Markt funktionieren und Kund*innen begeistern, erzeugt das eine enorme Energie. Ein sch&ouml;nes Beispiel daf&uuml;r: Die Crew von Ed Sheeran wollte eigentlich nur die In-Ears von Spectera nutzen. Wir haben dann einfach f&uuml;r ein Wochenende einen Prototypen unseres SKM-Handmikrofons dazugegeben, um Feedback zu sammeln. Die Reaktion war kurz und b&uuml;ndig: &bdquo;Ich habe kein Feedback, aber ich behalte das Mikro.&ldquo; Dann hat Ed Sheeran diesen Prototypen im str&ouml;menden Regen bei einem zweieinhalb Stunden langen Konzert eingesetzt &ndash; und das Produkt einem echten H&auml;rtetest unterzogen. Ab da war es auf Welttournee. Solche Momente schaffen Stolz und Vertrauen innerhalb des Unternehmens.</p><p><strong>2025 hat Sennheiser sein 80-j&auml;hriges Bestehen gefeiert. Was nehmen Sie aus diesem Jubil&auml;umsjahr mit?</strong></p><p><strong>Andreas Sennheiser: </strong>Es ist immer schwierig, in einem Jahr mit so vielen Highlights das eine herauszupicken. Immer wieder beeindruckend ist f&uuml;r mich zu sehen, wie stark unsere Innovationskraft auch nach 80 Jahren noch ist. Das Jubil&auml;umsjahr war nicht nur ein R&uuml;ckblick auf unsere Geschichte, sondern vor allem ein Blick nach vorne. Ein zentrales Highlight war sicher Spectera. Der Marktstart und die Resonanz darauf haben gezeigt, welches Potenzial in dieser Technologie steckt. Das Ecosystem ist exemplarisch daf&uuml;r, wie wir in Zukunft arbeiten wollen. Gleichzeitig war auch unser neuer Ansatz im Kund*innendialog pr&auml;gend. Wir arbeiten heute noch enger und unmittelbarer mit unseren Kund*innen zusammen und entwickeln Innovationen gemeinsam mit ihnen weiter. Intern haben wir in vielen L&auml;ndern lokale Feiern f&uuml;r unsere Mitarbeitenden und Schl&uuml;sselkund*innen organisiert. In der Wedemark haben unsere Kolleg*innen selbst ein gro&szlig;es Sommerfest auf die Beine gestellt &ndash; mit Bands aus der Belegschaft, toller Atmosph&auml;re. Und wir haben einige besondere Jubil&auml;umsprodukte auf den Markt gebracht &ndash; ein goldenes MKH 416 und einen HD 25 in Ruby Red. Das alles hat sehr sch&ouml;n gezeigt, wie viel Leidenschaft und Identifikation in diesem Unternehmen steckt.</p><blockquote><em>&bdquo;Wir arbeiten heute noch enger und unmittelbarer mit unseren Kund*innen zusammen und entwickeln Innovationen gemeinsam mit ihnen weiter.&ldquo;</em><br>\u200b- Andreas Sennheiser</blockquote><p><strong>Mit Spectera haben Sie eine der wichtigsten Innovationen der vergangenen Jahre vorgestellt. Was macht diese Technologie so bahnbrechend?</strong></p><p><strong>Andreas Sennheiser: </strong>Ich vergleiche Spectera oft mit dem Schritt vom Tastentelefon zum Smartphone. Solange man noch ein Tastentelefon hatte, konnte man sich kaum vorstellen, was ein Smartphone eigentlich alles bietet. Es geht nicht nur um ein neues Produkt, sondern um einen ganz neuen Ansatz: eine Plattform, die nie am Ende der M&ouml;glichkeiten angelangt ist. </p><p>&Uuml;ber Jahrzehnte hinweg war der &Uuml;bertragungsstandard in der Drahtlostechnik nahezu unver&auml;ndert. Mit Spectera haben wir ihn erstmals neu erfunden &ndash; und das er&ouml;ffnet nicht nur neue M&ouml;glichkeiten f&uuml;r Audio, sondern auch f&uuml;r Daten&uuml;bertragung und digitale Workflows bei Live- und Broadcast-Produktionen. Neue Funktionen k&ouml;nnen per Software erg&auml;nzt werden, ohne dass Kund*innen auf die n&auml;chste Ger&auml;tegeneration warten m&uuml;ssen. Dadurch ver&auml;ndert sich auch die Beziehung zu unseren Kund*innen grundlegend. &Uuml;ber einen eigens eingerichteten Discord-Kanal sind beispielsweise inzwischen mehr als 500 Kund*innen direkt mit uns im Austausch. Ihr Feedback flie&szlig;t unmittelbar in die Priorisierung unserer Entwicklungen ein. Neue Funktionen kommen in kurzen Zyklen. Das ist eine v&ouml;llig neue Dynamik.</p><p><strong>Spectera wurde &uuml;ber mehr als zehn Jahre entwickelt. Was braucht es als Unternehmen, um eine solche Innovationsleistung durchzuhalten?</strong></p><p><strong>Andreas Sennheiser: </strong>F&uuml;r eine langfristige Innovationsleistung braucht es eine klare Vision &ndash; und sicher auch eine gewisse Portion Sturheit, dass man etwas hinkriegt, was bisher noch keiner hinbekommen hat. Wenn man technologisches Neuland betritt, funktioniert nicht alles sofort. Dazu braucht es die Bereitschaft, langfristig zu investieren. Als unabh&auml;ngiges Familienunternehmen k&ouml;nnen wir Technologien entwickeln, von denen wir &uuml;berzeugt sind, auch wenn sich der wirtschaftliche Erfolg nicht kurzfristig einstellt. Genau diese langfristige Perspektive ist f&uuml;r uns ein gro&szlig;er Vorteil &ndash; auch wenn sie mit einem gewissen Risiko verbunden sein kann.</p><blockquote><em>&bdquo;F&uuml;r eine langfristige Innovationsleistung braucht es eine klare Vision &ndash; und sicher auch eine gewisse Portion Sturheit.&ldquo;</em><br>\u200b- Andreas Sennheiser</blockquote><p><strong>Auch der Bereich Mobility entwickelte sich 2025 dynamisch weiter. Welche strategische Rolle spielt dieser Bereich f&uuml;r Sennheiser?</strong></p><p><strong>Andreas Sennheiser: </strong>Bei Mobility muss man zun&auml;chst einen kurzen Blick aufs Gesch&auml;ftsmodell werfen: Durch unser Lizenzgesch&auml;ft kommen die Ums&auml;tze in der Regel mit einem Verzug von ein bis zwei Jahren von der eigentlichen Projektarbeit. Insofern spiegelt die dynamische Entwicklung des Bereichs vor allem die Erfolge der Projekte des Vorjahres wider. Das Team entwickelt dabei permanent neue Projekte &ndash; neben smart arbeiten wir auch mit Morgan und CUPRA zusammen &ndash; das sind starke Marken, die unsere Technologie ins Fahrzeug bringen. Im Automobilbereich ver&auml;ndert sich gerade grundlegend die Frage, was Menschen w&auml;hrend der Fahrt eigentlich tun wollen &ndash; insbesondere mit Blick auf autonomes Fahren. Die Flexibilit&auml;t, jedem einzelnen Sitz seine eigene Audiowelt zu geben &ndash; der eine telefoniert, der andere h&ouml;rt Musik, hinten l&auml;uft ein Film &ndash; dieses Zoning wird zu einer zentralen Funktion im Fahrzeug. Gleichzeitig steigt der Bedarf an intelligenten Softwarel&ouml;sungen, die mit weniger Hardware ein besseres Klangerlebnis erm&ouml;glichen &ndash; was direkt die Reichweite von Elektrofahrzeugen verbessert. Das macht Mobility f&uuml;r uns strategisch sehr spannend.</p><p><strong>Sie haben auch 2025 weiterhin rund zehn Prozent des Umsatzes in Forschung und Entwicklung investiert. Warum ist das gerade in schwierigen Zeiten so wichtig?</strong></p><p><strong>Andreas Sennheiser: </strong>Technologie bleibt die Grundlage unserer Wettbewerbsf&auml;higkeit. Aber entscheidend ist heute, wie gut sich L&ouml;sungen in die Realit&auml;t unserer Kund*innen integrieren. Deshalb denken wir Innovation zunehmend als Zusammenspiel aus Hardware, Software und Services. Unsere Aufgabe ist es, L&ouml;sungen zu entwickeln, die sich flexibel an unterschiedliche Workflows und Anforderungen anpassen und unseren Kund*innen echten Mehrwert bieten &ndash; sei es durch effizientere Prozesse, bessere Zusammenarbeit oder neue kreative M&ouml;glichkeiten. Differenzierung entsteht dabei nicht allein durch technologische Innovation, sondern durch L&ouml;sungen, die konkrete Herausforderungen und W&uuml;nsche unserer Kund*innen adressieren und sich kontinuierlich mit ihnen weiterentwickeln. Deshalb halten wir auch in anspruchsvollen Marktphasen konsequent an unseren Entwicklungsinvestitionen fest.</p><p><strong>Ein Schwerpunkt liegt zunehmend auf der Verbindung von Hardware, Software und Services. Wie ver&auml;ndert das Sennheiser?</strong></p><p><strong>Andreas Sennheiser: </strong>Die Hardware bleibt wichtig, denn sie ist die Schnittstelle zwischen Mensch und Technologie. Aber die eigentliche Wertsch&ouml;pfung entsteht zunehmend im digitalen Workflow. Deshalb investieren wir heute massiv in Softwarekompetenz. Bereits mehr als 30 Prozent unserer Entwicklungsaufwendungen entfallen auf Software. Das ver&auml;ndert nat&uuml;rlich auch die Denkweise im Unternehmen: Wir verstehen Produkte nicht mehr als abgeschlossene Systeme, sondern als Plattformen, deren Funktionen stetig optimiert und erweitert werden k&ouml;nnen.</p><p><strong>Sennheiser ist ein Familienunternehmen mit langfristigem Anspruch. Was bedeutet langfristiges Unternehmertum in einem Umfeld, das von immer mehr Dynamik und damit auch immer kurzfristiger erforderlichen Entscheidungen gepr&auml;gt ist?</strong></p><p><strong>Andreas Sennheiser: </strong>Langfristigkeit bedeutet heute weniger, alles exakt planen zu k&ouml;nnen. Viel wichtiger ist die F&auml;higkeit, innerhalb klarer Leitplanken m&ouml;glichst flexibel zu bleiben. Wir definieren sehr bewusst, in welchen M&auml;rkten wir langfristig relevant sein wollen und welche technologischen Entwicklungen wir f&uuml;r nachhaltig halten. Ein gutes Beispiel sind Live-Erlebnisse. Wir sind &uuml;berzeugt, dass Menschen auch in zehn Jahren gemeinsam Konzerte erleben wollen, weil es dabei auch um soziale Erfahrungen geht &ndash; nicht nur um das musikalische Erlebnis. Innerhalb dieser Leitplanken m&uuml;ssen Unternehmen heute schnell auf Ver&auml;nderungen reagieren k&ouml;nnen. Resilienz ist deshalb wichtiger geworden als klassische Planbarkeit.</p><blockquote><em>&bdquo;Wir sind &uuml;berzeugt, dass Menschen auch in zehn Jahren gemeinsam Konzerte erleben wollen.&ldquo;</em><br>\u200b- Andreas Sennheiser</blockquote><p><strong>Worauf m&ouml;chten Sie sich als jetzt alleiniger CEO in den kommenden Jahren besonders konzentrieren?</strong></p><p><strong>Andreas Sennheiser: </strong>F&uuml;r mich stehen drei Themen im Mittelpunkt: eine Unternehmenskultur, die Mitarbeitende aber auch Kund*innen einschlie&szlig;t, sowie Strategie und Innovation. Dass wir ein unabh&auml;ngiges Familienunternehmen sind, macht uns in der Audiobranche einzigartig. Es gibt uns die M&ouml;glichkeit, eine direkte Verbindung zwischen der Unternehmerfamilie und den Endkund*innen herzustellen &ndash; als Signal von langfristigem Commitment. Das kann sonst keiner in der Industrie so machen. Gleichzeitig arbeiten wir intensiv daran, unsere Innovationskultur weiterzuentwickeln &ndash; also schneller zu werden, mutiger zu handeln und Ver&auml;nderungen aktiv zu gestalten. An dieser Stelle bin ich besonders unseren Mitarbeitenden dankbar, die, trotz der Marktdynamik und der geopolitischen Herausforderungen, mit vollem Einsatz daran mitwirken, den internen Transformationsprozess umzusetzen.</p><p><strong>Und wenn Sie auf die n&auml;chsten zehn Jahre blicken: Was wird die Audiowelt am st&auml;rksten ver&auml;ndern?</strong></p><p><strong>Andreas Sennheiser: </strong>Ich bin &uuml;berzeugt, dass immersive Technologien wie AR und VR Live-Erlebnisse fundamental ver&auml;ndern werden. Stellen Sie sich vor: Das Erlebnis, das 50.000 Menschen im Stadion haben &ndash; bei einem Konzert oder einem Fu&szlig;ballspiel &ndash;, k&ouml;nnte &uuml;ber AR und VR f&uuml;r 50 Millionen Menschen zug&auml;nglich gemacht werden, die an irgendeinem anderen Ort sind. Das ist eine M&ouml;glichkeit, die es sich lohnt, weiterzuentwickeln. Gleichzeitig wird auch Telepr&auml;senz eine v&ouml;llig neue Qualit&auml;t erreichen. Zusammenarbeit kann deutlich immersiver und emotionaler werden als heute.</p><p>Und trotzdem bleibt der Wunsch nach echten gemeinsamen Erlebnissen bestehen. Menschen werden weiterhin zusammen Musik machen, gemeinsam Konzerte besuchen oder kreative R&auml;ume teilen wollen. Genau diese Verbindung aus technologischer Innovation und menschlicher N&auml;he macht die Zukunft unserer Branche so spannend.</p><blockquote><em>&bdquo;In Zukunft wird es m&ouml;glich sein, Konzerte, Sportveranstaltungen oder Theaterproduktionen von &uuml;berall aus so zu erleben, als w&auml;re man tats&auml;chlich vor Ort.&ldquo;</em><br>\u200b- Andreas Sennheiser</blockquote><p><strong>Abschlie&szlig;end gefragt: Nach all den Herausforderungen der vergangenen Jahre &ndash; wie optimistisch blicken Sie in die Zukunft?</strong></p><p><strong>Andreas Sennheiser: </strong>Ich glaube nicht, dass die Welt wieder einfacher oder ruhiger wird. Aber wir lernen zunehmend, mit dieser Dynamik umzugehen. Es ist ein bisschen wie beim Surfen: Am Anfang sucht man kleine Wellen. Irgendwann merkt man aber, dass hohe Wellen und starker Wind richtig Spa&szlig; machen k&ouml;nnen. Ich glaube, wir als Unternehmen lernen gerade, vor die Welle zu kommen. Und wenn ich sehe, was unsere Kund*innen mit unserer Technologie m&ouml;glich machen &ndash; dann liegt in dieser Dynamik sehr viel Freude. </p><p>&nbsp;</p><p> Hier geht&#039;s zum Gesch&auml;ftsbericht 2025: </p><div id=\"bookmark-22b7af4f-6a0e-4bdd-9aad-7b02cfff7a05\"\n     class=\"release-content-bookmark release-content-bookmark--horizontal\">\n\n            <a class=\"release-content-bookmark__thumbnail\"\n           href=\"https://www.sennheiser.com/de-de/uber-uns/annual-report\"\n           rel=\"noopener noreferrer\"\n           target=\"_blank\"           style=\"background-image: url(https://prezly.imgix.net/https%3A%2F%2Fwww.sennheiser.com%2F%2Fog%2FSennheiserDefaultOg.jpg?ar=1%3A1&amp;fit=crop&amp;s=c81a5fcf042feb27b7f43aa4ed3c4bb0)\"\n        ></a>\n    \n    <div class=\"release-content-bookmark__details\">\n\n                    <a class=\"release-content-bookmark__title\"\n               href=\"https://www.sennheiser.com/de-de/uber-uns/annual-report\"\n               rel=\"noopener noreferrer\"\n               target=\"_blank\"               data-type=\"bookmark\"\n               data-track=\"Story WebBookmark Click\"\n               data-placement=\"content\"\n               data-id=\"22b7af4f-6a0e-4bdd-9aad-7b02cfff7a05\"\n           >\n                Annual Report 2025            </a>\n        \n                    <div class=\"release-content-bookmark__description\">\n                Der diesj\u00e4hrige Sennheiser Gesch\u00e4ftsbericht zeigt, wie Sennheiser weiter nach vorn blickt und die Zukunft der Audiowelt gestaltet.            </div>\n        \n        <a href=\"https://www.sennheiser.com/\"\n           target=\"_blank\"\n           rel=\"noreferrer noopener\"\n           class=\"release-content-bookmark__provider\"\n        >\n            <img class=\"release-content-bookmark__provider-icon\" src=\"https://avatars.prezly.com/favicon?url=https%3A%2F%2Fwww.sennheiser.com%2Fde-de%2Fuber-uns%2Fannual-report&newsroom=ebee5ce1-c4ab-4953-89b3-8cc70537649a\" aria-hidden=\"true\" />\n            www.sennheiser.com        </a>\n    </div>\n</div>\n",
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